Bei der Vasektomie geht es operationstechnisch um 3 Probleme:

  • Zugang zum Samenleiter - mit oder ohne Hautschnitt
  • Entfernung eines Stücks des Samenleiters
  • Versorgung der Samenleiterstümpfe (Ligatur, Verödung, Clips, Dazwischenlegung von Bindegewebe)

Die einzelnen Techniken unterscheiden sich in der Art des Zugangs zum Samenleiter, dessen Präparation und in der Versorgung der Samenleiterstümpfe. Obwohl bei uns alle Techniken der Vasektomie durchgeführt werden können, geben wir den Techniken, bei der am wenigsten Gewebe traumatisiert wird den Vorzug. Man spricht in diesen Fällen von
minimal invasiven operativen Techniken:


Sterilisation ohne Skalpell (Non-scalpel Vasektomie)

Diese Technik stammt aus China und ist unsere bevorzugte Technik. Mit Hilfe einer spitzen Klemme wird die Haut über dem Samenleiter durchbohrt und gespreizt. Anschließend wird die Samenleiterhülle eröffnet und der Samenleiter durch eine spezielle Drehung der Klemme freigelegt. Danach wird der Samenleiter mit einer speziellen Klemme gefasst, hervorgeholt, durchtrennt und teilentfernt. Schließlich werden die Samenleiterstümpfe mit Erhitzung verschorft (Fulgurisiert) und unterbunden.

Diese Technik ist sicher die derzeit atraumatischste Methode und das Verfahren mit der niedrigsten Komplikationsrate (0,4%) gegenüber 3,4% bei konventioneller Vasektomie. Inzwischen wurden 60 Millionen Non-scalpel Vasektomien in 26 Ländern durchgeführt.
In Deutschland sind nur einige wenige Zentren auf diese Technik spezialisiert.


Minimal invasive Vasektomie (Fulgurationstechnik)

Bei dieser Technik wird durch Einbringen einer Diathermienadel in den Samenleiter eine thermische Schädigung der Samenleiterschleimhaut hervorgerufen. Die nachfolgende entzündliche Reaktion bedingt einen narbigen Verschluss. Verödet werden beide Samenleiterenden auf einer Strecke von 1 cm.  Ein u-förmiges Stück des Samenleiters wird entfernt und die Stümpfe unterbunden. Dadurch kommen die Samenleiterenden in verschiedenen Gewebeschichten zu liegen.  Eine Hautnaht ist nicht erforderlich, da der erforderliche Hautschnitt nur 5 mm beträgt.

Der Vorteil dieser Technik liegt in der hohen Sicherheit (0,4% Versagerquote) bei minimaler Komplikationsrate (1%).

Konventionelle Vasoresektion (Ligaturtechnik)

In Deutschland ist dies die derzeit noch am weitesten verbreitete Technik. Über einen Hautschnitt werden die Samenleiter aufgesucht, durchtrennt und ein Stück von ca. 2 cm entfernt. Die Enden werden danach entweder ligiert und/oder zusätzlich noch umgeschlagen.

Die Komplikationsrate liegt laut Literatur bei diesem Verfahren deutlich höher, als bei den oben beschriebenen minimal invasiven Techniken.

Andere Techniken wie die Open-ended Vasectomy, Cliptechnik oder Laparoskopische Vasektomie konnten sich wegen der hohen Versagerquoten nicht durchsetzen oder sind weder medizinisch noch ökonomisch vertretbar.